Kurzzeitpflege ab 2017

14 Okt

Unter Kurzzeitpflege versteht man die zeitlich begrenzte Pflege und Betreuung eines Menschen in einer vollstationären Pflegeeinrichtung. Die Kurzzeitpflege kann z.B. nach einem Krankenhausaufenthalt zur Vorbereitung auf die Rückkehr nach Hause sinnvoll sein oder wenn die pflegenden Angehörigen selber mal eine Auszeit zum Krafttanken benötigen.

kzp

Während des Aufenthaltes erhalten die Gäste der Kurzzeitpflege alle Leistungen einer Pflegeeinrichtung, wie z.B.

  1. Grund- und Behandlungspflege durch qualifiziertes Pflegepersonal
  2. Soziale Betreuung, Beschäftigungs- und Freizeitangebote
  3. Mindestens vier Mahlzeiten, auf Wunsch Zwischenmahlzeiten; Schon- und Diätkost nach Bedarf
  4. Waschen und bügeln der persönlichen Bekleidung
  5. Reinigung des Zimmers

Auch im Jahr 2017 kann die Kurzzeitpflege weiterhin in Anspruch genommen werden, allerdings ergeben sich durch das PSG II einige kleinere Änderungen.

Eindeutig festgelegt ist, dass die Kurzzeitpflege ab 2017 für bis zu 8 Wochen in Anspruch genommen werden kann. Anspruchsberechtigt sind Pflegebedürftige mit Pflegegrad 2 bis 5. Für bis zu 56 Tage jährlich und einem Wert von bis zu 1.612 € übernimmt dann die Pflegekasse die pflegebezogenen Kosten für die Kurzzeitpflege. Der Zuschuss zur Kurzzeitpflege kann auch 2017 mit dem vollen Zuschuss für die Verhinderungspflege in Höhe von 1.612 Euro aufgestockt werden, wenn im gleichen Kalenderjahr noch keine Verhinderungspflege beansprucht wurde. Der Leistungsbetrag für die Kurzzeitpflege kann somit auch 2017 auf insgesamt bis zu 3.224 Euro im Kalenderjahr erhöht werden.

Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 erhalten ab 2017 einen Entlastungsbetrag von 125 € pro Kalenderjahr, wenn sie die Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen möchten.

Grundsätzlich beteiligt sich die Pflegekasse nur an den pflegebedingten Kosten. Die Kosten für die Unterkunft und Verpflegung sowie die Investitionskosten muss der Kurzzeitpflegegast aus eigenen Mitteln finanzieren. Sollte der Kurzzeitpflegegast nicht in der Lage sein, die anfallenden Kosten selbst zu tragen, kann unter Umständen über das Sozialamt eine weitere Bezuschussung ermöglicht werden.

Auch 2017 können unter bestimmten Voraussetzungen Personen ohne Pflegegrad die Kurzzeitpflege für längstens 4 Wochen in Anspruch nehmen. Nach § 39c des Krankenhausstrukturgesetzes (KHSG) kann die Kurzzeitpflege bei der Krankenkasse beantragt werden, wenn eine Versorgung zu Hause aufgrund einer schweren Krankheit, oder wegen akuter Verschlimmerung einer Krankheit insbesondere nach einem Krankenhausaufenthalt, nach einer ambulanten Operation oder nach einer ambulanten Krankenhausbehandlung nicht möglich ist. In diesem Fall übernimmt die Krankenkasse die pflegebezogenen Kosten bis zu einem Wert von 1.612 €.

Somit können unsere drei Einrichtungen auch 2017 Kurzzeitpflegeleistungen anbieten. Sollten Sie Fragen zur Kurzzeitpflege haben, stehen Ihnen unsere Einrichtungsleitungen gerne für ein Beratungsgespräch zur Verfügung.

Herzliche Grüße

Marc Westermann

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