Wege aus der Stressfalle-Wie entsteht Stress?

16 Sep

Heute möchte ich ihnen das Konzept „Wege aus der Stressfalle“ inhaltlich näher vorstellen und beginne in diesem Beitrag damit, wie Stress entsteht und welche Auswirkungen er auf unseren Körper hat.

Jeder hat Stress. Der eine mehr, der andere weniger.

Wichtig für uns ist, zu klären:

  • Was ist Stress?
  • Wirkt Stress auch positiv? Und wenn ja, wann fängt er an, gefährlich zu werden, weil er negative Langzeitwirkungen in unserem Organismus entwickelt?
  • Kann man Stress messen?

Vor Millionen Jahren war Stress zum Überleben unabdingbar, es war nichts Negatives. Wenn einem Steinzeitmensch ein Säbelzahntiger begegnete, der zum Angriff bereit war, dann galt es zu flüchten und sein Überleben zu sichern. Der Steinzeitmensch hatte in dieser Situation Stress wobei Adrenalin + Cortisol ausgeschüttet und direkte Reaktionen ausgeführt wurden. Das Handeln geschah blitzschnell und ohne Nachzudenken. Man spricht auch von der Handlung Angriff/Flucht oder Flight/ Fight. Nach erfolgreicher Reaktion auf den Angriff erfolgte das „Abarbeiten“ der Hormonwirkung durch Regeneration. Der Steinzeitmensch entspannte.

Was früher zum Überleben unabdingbar war wird heute ins Gegenteil verkehrt. Die Reaktionen des Körpers sind die gleichen wie vor Millionen Jahren. Bei Stress werden Hormone im Körper freigesetzt. Heute werden aber Stresshormone im Körper nicht mehr zeitnah abgebaut und sammeln sich an, was zu einen Überschuss an Adrenalin und Cortisol führt. Die Folge daraus ist, dass Mechanismen, die früher lebensnotwendig waren heute negative Einflüsse auf die Psyche und die Physis haben. Wir haben verlernt mit Stress umzugehen.

frog-1339904_1920

Körperliche + seelische Anspannung machen uns einerseits leistungsbereiter, weil unsere Aufmerksamkeit erhöht ist. Dauerhafte Anspannung kann jedoch zur Überforderung, Überlastung, Erschöpfung, Krankheit oder Zusammenbruch des Organismus führen.

Unser Körper ist für ein Wechselspiel  aus Be- und Entlastung programmiert. Ein angemessener Stressabbau durch geeigneten Ausgleich gehört dazu. Ruhe allein hilft bei Stress nicht weiter

Fight-or-flight ist ein von dem US-amerikanischen Physiologen Walter Cannon (1915) geprägter Begriff (englisch fight or flight = Kampf oder Flucht).

Der Begriff ist auch im deutschen Sprachraum in Fachkreisen unter der englischen Version geläufig, da Cannon neben Hans Selye zu den Pionieren der Stressforschung gehört.

Die Fight-or-flight-Reaktion beschreibt die rasche körperliche und seelische Anpassung von Lebewesen in Gefahrensituationen als Stressreaktion.

Die zugehörigen neurobiologischen Abläufe erforschte Cannon an der Reaktion von Tieren auf Bedrohung.

Ausgang seiner wissenschaftlichen Arbeit war sein Interesse an den Hintergründen der häufig auftretenden Posttraumatischen Belastungsstörung bei Soldaten während des Ersten Weltkrieges.

Während der Fight-or-flight-Reaktion veranlasst das Gehirn die schlagartige Freisetzung von Adrenalin, das u.a. Herzschlag, Körperkraft (Muskeltonus) und Atemfrequenz erhöht.

Bei einer Dauerbelastung werden zusätzlich stoffwechselanregende Hormone wie Cortisol von der Nebennierenrinde gebildet, da das Adrenalin zwar sofort, aber nur kurz wirksam ist.

Diese Maßnahmen liefern die Energie für überlebenssicherndes Verhalten, das der Stresssituation angemessen ist: Kampf oder Flucht.

Zu lang andauernder Stress kann zu Schäden oder Zusammenbruch des Organismus führen.

Informationswege im Gehirn im Normalzustand

Unter normalen Umständen fließt die Information vom Auge zum visuellen Kortex, danach folgt eine Weiterleitung zum präfrontalen Kortex, der die Information bewertet und über die Reaktion entscheidet.

Anschließend wird die Entscheidung an den motorischen Kortex geschickt, der unsere Muskeln aktiv werden lässt

Informationswege im Gehirn unter Stress

Unter Stress wird dieser Ablauf unterbrochen.

Der präfrontale Kortex wird übergangen und die Informationen gelangen direkt vom Sinnessystem zum motorischen Kortex.

Dafür gibt es eine logische Erklärung – wenn wir die Straße überqueren und ein Auto kommt auf uns zu, muss eine direkte Reaktion erfolgen um das Leben zu schützen.

Ein Umweg im Gehirn würde zu lange dauern.

Die Stilllegung des präfrontalen Kortex dient also dem Überleben, wir handeln auf einer Grundlage, die man als fight or flight – Reaktion bezeichnet.

Der Blutfluss verlagert sich von der Stirngegend in die Amygdala, in das Stress-Zentrums unseres Gehirns.

Unser Herzschlag und unser Blutdruck werden beschleunigt, Stresshormone in den Körper gepumpt.

Dieser uralte Reflex wurde zum Überleben, nicht aber für chronischen Stress geschaffen.

Je mehr das Gehirn chronischen Stress erfährt umso schneller schaltet der präfrontale Kortex ab.

Fazit:

  • Stress ist lebensnotwendig.
  • Stress kann hilfreich oder schlecht sein – es kommt drauf an, was man draus macht.
  • Wird der Stress am Ende des Tages nicht abgebaut, so potenziert er sich von Tag zu Tag …
  • Anwendungen sollen zur Routine werden à Ziel: den Körper in Balance halten.

In den nächsten Wochen werde ich hier im Blog Möglichkeiten vorstellen, wie sie ihren Körper in Balance halten können und Stress abgebaut wird.

Herzliche Grüße und bleiben sie relaxt

Heike Willems

 

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInEmail this to someone